• Das 10. Märchenfest

    Am letzten Sonntag fand in Braunschweig-Querum das Märchenfest im Märchengarten der Erzählerin Elizabeth Molder-Beetz statt. Es war tatsächlich schon das zehnte Märchenfest das Elisabeth, ihre Freunde und die Mitglieder des Märchenkreises ausgerichtet haben. Ich war das erste Mal dabei, einfach als glücklicher Gast, und habe es mir gut gehen lassen. Hier unten seht Ihr ein paar Eindrücke und schöne Erinnerungen: Mitten im Garten – einer der drei Erzähl-Plätze In Elisabeths Garten geht es magisch zu – wo man hinschaut, entdeckt man Skulpturen und Spuren von Märchengestalten. Und es gibt viel Platz und schattige Ecken zum Erzählen und Lauschen und Plauschen. Sterntaler dürfen nicht fehlen. An diesem Tag lachte zudem die…

  • Soweit die Stimme trägt

    Als wir so langsam unsere ersten und zweiten Impfungen bekamen und die Dritte Welle endlich abebbte, da witterten wir Braunschweiger Erzähler:innen Morgenluft – öffneten vorsichtig die Türen nach draußen und streckten ein paar Fühler in die Sonne – sahen uns gegenseitig mit geschichtenhungrigen Augen an – sprachen leise die ersten Worte – und merkten, dass sie in der Kehle kratzten. Treffendes Werbematerial von Claudia Sonntag Was tun? Ganz klar, ein Stimmtag war angebracht! Und so waren wir gestern zu Besuch bei Claudia Sonntag. Denn Claudia bringt Geier zum singen und Mäuse zum brüllen und hat die richtigen Mittel gegen Kehlen-Rost, Stimmband-Mehltau und sonstige Verstimmungen. Und Claudia hat ganz offensichtlich tolerante…

  • Hand und Fuß und Obst

    Man hört förmlich, wie knackig und saftig dieser Apfel ist, als die alte Frau da vor der Tür ihn mit dem Messer zerteilt. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Hier gibt es so selten etwas Frisches zu essen. Das Süßeste, was ich in all den Monaten bei den Zwergen hier im Wald gegessen habe, waren Rüben. Und dieser Apfel ist bestimmt süß. Er sieht prall und reif aus, und sie hat es ja auch gesagt… Sie hält mir eine Hälfte hin, ich sehe das weiße Fruchtfleisch und meine sogar, es riechen zu können. Aber ich soll nichts von Fremden annehmen. Kein Wort, kein Lächeln, keine Gaben. Es ist so…

  • … in Zeiten von Corona

    Meine erzählenden Kolleg:innen, Freund:innen und Bekannten haben Geschichten fürs Radio aufgenommen, Videos im Grünen gedreht und virtuelle Geschichten-Schreibwerkstätten ins Leben gerufen. Im KULT-Theater wurden das Parkett neu versiegelt, die Wände gestrichen und es wird fleißig an neuen Hygiene-, Zwischenfinanzierungs– und künstlerischen Konzepten „mit Spuckschutz“ gearbeitet. Mir kommt es vor, als hätten alle Leute flugs ihre Behausungen entrümpelt und neue Wege für ihre Kreativität gesucht und gebahnt. Nur ich nicht. Mir hat es die Sprache verschlagen. Als sei mit der Machbarkeit auch die Motivation zum Erzählen erloschen. Aber Nicht-Erzählen macht für mich – buchstäblich – wenig Sinn. Also habe ich jetzt begonnen, nach Geschichten zu suchen, die für mich die Lage…

  • Grimms ge[/er]zählte Gefühle

    Man kann ja heute die tollsten Dinge mit Texten machen, wenn sie in digitaler Form vorliegen. Das, was ich hier gerade tippe, ist ‚born digital‘, entsteht also direkt im digitalen Raum und existiert erst mal nur dort. Praktisch alles andere kann nachträglich ins Digitale bugsiert werden. Alte Bücher etwa werden retrodigitalisiert, indem man sie abfotografiert, dann ein Computerprogramm den Text auf dem Bild erkennen lässt, dem Ganzen noch die bibliographischen Metadaten hinzufügt – und fertig ist das digitale Pendant zum Buch aus Papier. Das kann man dann digital archivieren, bearbeiten, weiter verschicken, ausdrucken, online publizieren und, und, und… Mit solchen digitalen Texten können sich dann nicht nur Menschen, sondern auch…

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