• Alles so schön digital hier

    Eigentlich erschien es mir widersinnig, das Erzählen von Märchen und Geschichten mit Hilfe einer Webseite zu bewerben. Das Besondere an der Erzählkunst ist ja gerade, dass sie nur im Moment eines persönlichen Miteinanders existiert: Wenn Erzähler:in und Zuhörer:in zusammenkommen, sich eine Geschichte von der Phantasie der Einen in die der Anderen fortsetzt und dabei frei entfaltet …

  • Menschenschattentheater

    Meine erste Bühnenerfahrung habe ich in dem gutbürgerlichen Gymnasium gemacht, in dessen typischer Siebzigerjahre-Betonarchitektur ich bedeutende Teile meiner Jugend verbrachte. Dort gab es eine Theater AG, und ich spielte in einer Aufführung des Stücks „Ferdinand der Stier“ nach Munro Leafs gleichnamigem Kinderbuch mit. Im Chor der singenden Blumen auf der Wiese ging ich dabei ziemlich unter – weit besser gefiel mir meine Rolle als Schlachterin, bei der ich nichts sagen, sondern nur mit blutverschmierter Schürze, Messer in der Hand und fiesem Grinsen im Gesicht über die Bühne laufen musste. Dafür gab es Gelächter und Szenenapplaus. Jahre später nahm sich die Theater AG das Musical „Hair“ vor. Ich hatte den Einstieg…

  • Hakaya 2.0 – Ein Update fürs Erzählen

    Neulich im Haus der Kulturen in Braunschweig und jüngst am 23. September in Helmstedt traten Annika Füser und Mohammed Kello auf. Als Erzähl-Duo nennen sich die beiden Hakaya 2.0, was man vielleicht als „geupdatete Geschichten“ übersetzen könnte. Sie erzählen schnell – auf Deutsch, Kurdisch, Arabisch – und mit dem ganzen Körper. Ich fand es unheimlich lustig, anarchisch, lebendig und war sehr berührt von den einzelnen Geschichten. ,So etwas‘ hatte ich noch nie vorher erlebt und hatte deshalb noch viele Fragen an die beiden. Zum Glück für mich – und für Euch, liebe Leser:innen – hatten die beiden Lust, sich per Videoschalte und Email-Dialog befragen zu lassen. Und so präsentiere ich…

  • Riddagshäuser Dorfmarkt 2022

    Am 27. und 28. August 2022 fand in Riddagshausen nach drei stillen Jahren wieder der beliebte Dorfmarkt statt. Im ganzen Klostergang und dem sonst so ruhigen Klostergarten wuselte es von 150 Aussteller:innen und, wie ich nun hörte, insgesamt etwa 15.000 großen und kleine Gästen. Das Sonnensegel für die Hauptbühne im Klostergarten Die mehr als 700 Jahre alte Klosterkirche, eine ehemalige Zisterzienser-Abtei Bei den letzten beiden Märkten war ich als Gast gewesen und hatte sehr genossen. Es wurden meist selbstgemachte und teils ungewöhnliche Dinge zum Verkauf angeboten, davon viele hergestellt von Menschen hier aus der Region. Leckeres Essen natürlich, dann das wunderschöne Gelände, Musik, interessante Vereine und Künstler:innen. Das einzige, was…

  • Die schönste Bibliothek der Welt

    Was ist wohl Dein/Ihr schönster Ort auf Erden, liebe:r Leser:in? Ich hoffe, bei dieser Frage fallen gleich viele Orte ein. Vielleicht Plätze in der Natur, die Gegenwart bestimmter Menschen oder ein Ort in der Phantasie? Ich selbst hätte bei dieser Frage wohl zuerst an bestimmte Ausblicke aufs Meer gedacht, aber nach einer Weile auch an Büchereien: sichere, allen zugängliche Orte voller Geschichten und Wissen. Da wäre zunächst die Stadtbücherei Kiel. Dort konnte ich als Kind mit Genuss wunderbar eigenständig stöbern, Bilderbücher anschauen und mir später die schönsten Bücher zum Leihen aussuchen, während die erwachsene Begleitung irgendwo in einer Nachbarabteilung unterwegs war. Dann die urige Gemeindebibliothek Zermatt, die mir einmal bei…

  • Märchen-Metaphern II

    Hier noch ein paar märchenhafte Wissenschafts-Metaphern.  Die Motivation dafür hatte ich [hier] schon beschrieben und auch schon einige der Comics gezeigt. Hier kommt ein zweiter Schwung, ebenfalls von Dunja Bosanac ausgeführt und frei nutzbar mit CC BY-SA 4.0. Hänsel, Gretel und die Tücken des Forschungsdatenmanagements: Aus diesem Märchen borge ich mir nur das Problem der Orientierung in unbekannter Umgebung. Die Geschwister als Held:innen-Paar des nach ihnen benannten Märchens markieren ihren Weg durch den Wald einmal mit Kieselsteinen und beim nächsten Mal – mangels anderer Mittel – mit Brotkrumen (englisch: bread crumbs). Die Kieselsteine reflektierten bei Nacht das Mondlicht und ermöglichten so die sichere Orientierung; die Brotkrumen wurden dagegen von Vögeln…

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