• Märchen als Metaphern

    Ein Teil meines Brotberufes ist es, Sachverhalte oder auch Theorien zu vermitteln und so zu erklären, dass mein Gegenüber sie sich merken, und darüber diskutieren kann. Es geht dabei auch um Technik und um die Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen. Idealerweise illustriert man so etwas mit Geschichten aus der (eigenen) Erfahrung. Aber für den Sprung vom Konkreten zum Abstrakten und als „Merkbilder“ fehlten mir bislang noch eingängige Illustrationen. Ein kleiner gedanklicher Kurzschluss führte dann neulich zu der Idee, „Märchen als Metaphern“ zu benutzen. Ich wollte meine Kernbotschaften mit bekannten Märchen/bildern koppeln, um zu unterhalten und mir ihren Wiedererkennungswert zunutze zu machen. Meistens wählen Illustrator: innen ja besonders typische…

  • Die Aufmerksamkeit der Jugend

    Mein Fundstück des Tages stammt von 1777: In diesem Jahr teilte der Göttingische Professor J.G.H. Feder einige seiner Einsichten in das Erziehungswesen durch eine Zuschrift an die Herausgeber der Pädagogischen Unterhandlungen mit, wo sie prompt abgedruckt wurden. Seine Ausgangsfrage war: Wie bekommt man seine Zöglinge dazu, aufzupassen? Nun, Feder zufolge weckt bzw. bewahrt ein Gegenstand in einem oder mehreren von fünf Fällen die Aufmerksamkeit der Jugend. Nämlich wenn er 1) für sie selbst von Interesse ist,2) angenehme Vorstellungen hervorruft, oder 3) die „Empfindungskräfte stark erschütter[t]“ und  so „aus dem beschwerlichen Gefühle stagnierender Kräfte [=Langeweile] uns heraus reisset“. Auch 5) „Sympathie“ – hier verstanden im Sinne von „Nachahmungstrieb“ – hilft: Wenn…

error

Gefällt Ihnen dieser Blog? Sagen Sie es weiter!